Kamala Restaurant

Tropische Genüsse aus Sri Lanka und der Welt

Jeanivan Inbarajah eröffnet mit dem Kamala Restaurant sein zweites Standbein neben der Anjuna Bar.

Mitten in Krefeld ist eine kleine tropische Oase entstanden. Auf dem Gelände des Ende vorigen Jahres geschlossenen veganen Restaurants „Fette Beete“ hat im Mai das Kamala eröffnet, das seinen Gästen Gerichte aus Sri Lanka und anderen tropischen Ländern anbietet. Zwischen buntseidenen Sonnenschirmen, Bananenpflanzen und einem plätschernden Brunnen kommt gerade bei den zuletzt warmen Temperaturen ein entspanntes, exotisches Gefühl auf. Toll, was Inhaber Jeanivan Inbarajah mit ein paar Pflanzen und Accessoires bewirken konnte. Wobei das tropische Asien hier natürlich nicht nur in der Luft liegt, sondern sich genauso auf dem Teller wiederfindet.

Dabei ist Jeanivan Inbarajah in Krefelds Gastro-Szene bei Weitem kein Unbekannter: Seit inzwischen 26 Jahren betreibt er in der Innenstadt die Anjuna Bar – ein Hotspot für Nachtschwärmer und Cocktailbegeisterte. Während es in der Anjuna Bar aber nur kleine Snacks zu essen gibt, kann man sich in Inbarajahs neuem Restaurant hervorragend kulinarisch verwöhnen lassen: „Die Idee, ein sri-lankisches Restaurant zu eröffnen, hatte ich schon ziemlich lange. Gastronomie macht mir einen Riesenspaß“, erzählt er. „Ich habe immer mal nach passenden Lokalen geguckt, aber nichts Passendes gefunden. Als ich dann die Räume der Fetten Beete gesehen habe, war ich sofort verliebt. Hier passte einfach alles, die Größe, die unterschiedlichen Räume und vor allem der Garten“, betont er begeistert.

Laut Aussage von Jeanivan Inbarajah ist die sri-lankische Küche eher „deftig und herzhaft“ – allerdings auch durchaus pflanzenbasiert, was gut zum Standort eines ehemals veganen Restaurants passt. „Wir verwenden viel Kokosmilch, Bittermelone und auch Jackfruit als Fleischersatz. Aus der Yamswurzel machen wir ein leckeres Dessert oder auch den sogenannten lila Kaffee“, berichtet der Restaurantbetreiber. Einen guten Einblick in die sri-lankische Küche bekommt man, wenn man den Kamala Vorspeisenteller oder eines der „Kari“ Gerichte auf der Karte bestellt. Die „Kamala Tasting Platter“ besteht aus verschiedenen frittierten Leckereien, darunter eine „Crispy Ceylon Roll“, gefüllt mit Kartoffeln, Karotten, Lauch und Zwiebeln, ein mit Thunfisch gefülltes „Jaffna Cutlet“ sowie frittierte Okra-Schoten, Hähnchenstreifen und Zwiebelringe. Dazu werden zwei Dips serviert – in unserem Fall ein süß-fruchtiges Mango-Chutney und ein pikanter Chili-Tomaten-Dip.

Der Innenhof ist eine unerwartete Oase mitten in der Innenstadt.

Auf einer großen Metallplatte werden die aus mehreren „Karis“ (verwandt mit dem indischen Wort Curry) bestehenden Hauptgerichte serviert. Die Karis machen dabei deutlich, welche außergewöhnliche Geschmacksvielfalt die sri-lankische Küche bietet. In den kleinen Mulden der Servierteller fanden sich bei unserem Testessen unter anderem ein Kari mit Spinat und Kokosmilch, ein fein gewürztes Linsen-Kari sowie ein etwas pikanteres Kari mit Auberginen. Dazu gab es einmal lockeren Basmati-Reis mit knusprigem Fladenbrot sowie einmal Idiyappam, sogenannte String Hoppers, gedämpfte Reisnudeln, die zu kleinen Nestern geformt werden. Wer mag, tunkt die Reisnudelpäckchen mit den Fingern in die Karis. Ein sehr sinnliches Essvergnügen.

Gespannt sein können wir auch auf die wechselnden Gerichte aus tropischen Ländern überall auf der Welt, die das Kamala im Sinne der Idee einer Tropical-Fusion-Küche anbieten will. Von seinen Reisen bringt Jeanivan Inbarajah nämlich immer wieder neue Ideen, Eindrücke und Rezepte mit. „Manchmal belege ich in den Reiseländern auch Kochkurse, wie zuletzt in Mexiko“, berichtet er. „Spannend ist, dass in den Tropen – egal ob in Asien, Afrika oder Lateinamerika – oft die gleichen Früchte wachsen, man aber trotzdem überall ganz anders kocht und vor allem auch völlig andere Gewürze verwendet“, sagt er und erläutert uns eine interessante Idee für sein Restaurant: „Ich habe schon in mehreren Ländern mit Einheimischen gekocht. Das will ich demnächst auch hier mit Gästen machen“, so Inbarajah. „Drei- bis viermal im Jahr will ich einen Koch, zum Beispiel aus Brasilien, Kuba oder Südafrika holen, und wir kochen dann gemeinsam mit vielleicht zehn Gästen. Auf diese Events freue ich mich schon sehr!“

Wer viele verschiedene Speisen der sri-lankischen Küche probieren möchte, kommt am besten an einem der Buffet-Tage – Freitag bis Sonntag und an Feiertagen – ins Kamala und macht dort eine kulinarische Reise durch Sri Lanka und die Tropen. Egal ob vegan, vegetarisch, mit Fleisch oder Fisch: Das Kamala-Buffet geht auf unterschiedliche Geschmäcker und Ernährungsweisen ein — was natürlich auch für den Schärfegrad gilt: „Die meisten Gerichte sind bei uns ‚europäisch scharf‘ erklärt Jeanivan Inbarajah. „Ein paar haben aber auch eine authentisch sri-lankische Schärfe – für die Landsleute, die hier essen kommen, aber auch für andere Gäste, die es gerne scharf mögen“, erklärt er schmunzelnd.

Individuell vereinbaren kann man das kulinarische Programm im Kamala auch für alle Arten von Veranstaltungen. Die Räume des neuen sri-lankischen Restaurants nahe der Krefelder Innenstadt bieten sehr gute Möglichkeiten für Events und private Feiern. Es gibt mehrere abtrennbare Bereiche für unterschiedliche Gruppengrößen von 10 – 20 oder 100 – 150 Personen. Bei schönem Wetter lässt sich drinnen und draußen feiern. „Vor kurzem hatten wir hier eine deutsch-türkische Hochzeit mit etwa 60 Personen. Für die hat unser Koch auf Wunsch auch ein paar deutsche Gerichte gemacht. Am Ende waren alle happy“, erzählt Jeanivan Inbarajah mit einem Lächeln.

Unser Fazit: Bei unserem Essen im Kamala Restaurant haben wir uns sehr wohlgefühlt und den Aufenthalt in der kleinen tropischen Oase am Rande der Innenstadt genossen. Allein die Gastfreundschaft im Kamala ist unserer Meinung nach schon einen Besuch wert. Toll, dass es in Krefeld jetzt ein Restaurant mit authentischer Sri-Lanka-Küche gibt – und dazu noch so ein Schönes!

Kamala Restaurant
Dießemer Straße 166
47799 Krefeld
Telefon: 02151 – 9179283
kamala-restaurant.de

Fotos: Felix Burandt
Artikel teilen: